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vermicon auf der IFAT 2026
Die IFAT 2026 beginnt am 4. Mai in München, feiert ihr 60-jähriges Bestehen und tritt zugleich in einer verdichteten Form auf, denn die Messe dauert künftig nur noch von Montag bis Donnerstag.
Sie nennt sich heute präziser denn je „Solutions for Water, Recycling and Circularity“ und macht damit schon im Titel sichtbar, was die Branche längst beschäftigt: Wasser, Abwasser, Stoffkreisläufe, Ressourcen und Energie lassen sich nicht mehr getrennt betrachten. Für 2026 werden mehr als 3.200 Aussteller aus über 60 Ländern erwartet. 2024 kamen bereits 142.000 Besucher aus 170 Ländern, die Messe belegte 300.000 Quadratmeter, und allein im Bereich Wasser und Abwasser standen zehn Hallen plus Freigelände im Fokus.
Die IFAT als strategische Plattform
Auch das ist bemerkenswert: 80 Prozent des Fachpublikums waren auf Entscheidungsebene, und das Fachprogramm umfasste 418 Einzelveranstaltungen. Diese Zahlen sind nicht bloß Kulisse. Sie zeigen, dass die IFAT längst nicht mehr nur Produktschau ist, sondern ein Ort, an dem sich strategische Richtungsentscheidungen einer ganzen Infrastrukturbranche verdichten. 
Neue regulatorische Rahmenbedingungen
Für Abwasserfachleute ist das aus einem einfachen Grund relevant: Die biologische Abwasserreinigung steht unter einem anderen Druck als noch vor wenigen Jahren. Die novellierte europäische Abwasserrichtlinie weitet die Anforderungen aus, erhöht die Anforderungen an den Nährstoffrückhalt, verankert die Entfernung von Mikroschadstoffen, zielt auf die Energieneutralität von Kläranlagen bis 2045 und macht das Monitoring von Gesundheitsparametern im Abwasser ausdrücklich zu einem regulatorischen Thema.
Parallel dazu steigen die Erwartungen an Prozessstabilität, Energieeffizienz und Datentiefe im laufenden Betrieb. Die klassische Sicht auf die Belebung, also Feststoffe messen, Betriebswerte verfolgen und erst bei Auffälligkeiten reagieren, reicht unter diesen Bedingungen immer seltener aus. Die Branche bewegt sich damit in Richtung einer feineren, biologisch besser aufgelösten Prozessführung. 
Biologie als Schlüssel zur Prozessführung
Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der IFAT 2026 für die Wasserwirtschaft. Sie ist nicht nur Treffpunkt für Maschinen, Aggregate und verfahrenstechnische Lösungen, sondern zunehmend ein Forum für die Frage, wie biologische Systeme in Kläranlagen präziser verstanden werden können. Denn die kritischen Punkte liegen oft nicht erst im Ablauf, sondern viel früher in der Biozönose selbst. Ob Nitrifikanten stabil arbeiten, filamentöse Populationen problematisch werden, die Biomasse unter Stress gerät oder die tatsächliche biologische Leistungsreserve sinkt, lässt sich mit groben Summenparametern nur begrenzt erkennen.
Wer biologische Systeme wirtschaftlich und robust führen will, braucht deshalb nicht einfach mehr Daten, sondern Daten mit biologischer Aussagekraft. Genau dort verschiebt sich derzeit der fachliche Schwerpunkt der Branche. 
Vor diesem Hintergrund ordnet sich auch der IFAT-Auftritt der vermicon AG ein. Das Unternehmen stellt in Halle C1, Stand 216 kein isoliertes Einzelverfahren aus, sondern ein integriertes Konzept, das auf die aktuelle Logik moderner Kläranlagen antwortet.
Dabei stehen drei Ebenen im Mittelpunkt:
Die direkte Analyse mikrobieller Gemeinschaften mit der VIT® Gensondentechnologie, die Messung der lebenden Biomasse mit dem VIT® ABM-System und die Virenanalytik mittels VIT® qPCR-Testkits für komplexe Abwassermatrizes.
Interessant ist daran weniger die Aufzählung dieser drei Technologien als ihr Zusammenhang. Zusammengenommen bilden die Zusammensetzung der Biozönose, der Zustand der aktiven Biomasse und epidemiologisch relevante Signale aus dem Abwasser ein deutlich vollständigeres Bild als jede dieser Informationen für sich allein.
Für den Betrieb bedeutet das vor allem eines: Entscheidungen können früher, belastbarer und biologisch besser begründet getroffen werden - bei gleichzeitig höchster Regulationskompatibilität.
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