Implementierung eines epidemiologischen Abwassermonitorings
vermicon AG, HPC AG und HTS Frankfurt GmbH unterstützen Kläranlagen, Kommunen und Industriebetriebe bei der Implementierung eines flächendeckendes Monitorings von Viren und anderen Krankheitserregern. Wir begleiten Sie von der Probenahme, über die Analyse bis hin zu der genauen Auswertung und Darstellung des Infektionsverlaufs.
Der Nachweis erfolgt mittels RT-qPCR Methode (empfohlen von der EU-Kommission und ESI-CorA und in aktueller Anwendung innerhalb des Projekts AMELAG der RKI und UBA). Über den Ct-Wert wird die Viruskonzentration im Abwasser ermittelt. Anschließend werden die Ergebnisse anhand des Fäkalindikators PMMoV normalisiert und die dominierende Virusvariante (Alpha, Beta, Delta, Omikron etc., Influenza A/B) identifiziert. Die Ergebnisse werden binnen kürzester Zeit als zeitlicher Verlauf in unserem Dashboard dargestellt. Vollständige Sequenzierung der vorhandenen Virusvarianten ist auf Anfrage auch erhältlich.
Das ABE Dashboard
Das ABE Dashboard der VIT® Vision Software der vermicon AG für die Auswertung der abwasserbasierten epidemiologischen Messungen stellt alle wesentlichen Informationen übersichtlich dar. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Parameter und Auswertungspotenziale angepasst.
Partner im Projekt AMELAG
Das AMELAG-Projekt ist insbesondere relevant im Kontext der neuen EU-Abwasserverordnung, die ein umfassendes Monitoring von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2, Influenza- und Polioviren vorschreibt, um proaktiv auf Gesundheitskrisen reagieren zu können. Als Partner im Projekt leisten wir, zusammen mit unserem Partner HTS Labs Frankfurt, entscheidende technologische und analytische Unterstützung.
vermicon, mit knapp 30 Jahren Erfahrung in der Abwassermikrobiologie, entwickelt spezialisierte Testverfahren zur zuverlässigen Identifizierung und Quantifizierung von Viren in Abwasserproben. HTS Labs ergänzt dies durch Hochdurchsatzanalytik und stellt die notwendige Infrastruktur zur effizienten Verarbeitung großer Probenmengen zur Verfügung, was für die Skalierung des Monitorings entscheidend ist.
Das vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Umweltbundesamt (UBA) geförderte Projekt AMELAG (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) hat zum Ziel, ein flächendeckendes Überwachungssystem für Viren in kommunalem Abwasser aufzubauen.
Warum Abwasser analysieren?
SARS-CoV-2 ist nur ein Vertreter der gesundheitsrelevanten Viren. Erfahrungen aus Datenerhebungen zu Viren haben gezeigt, dass die abwasserbasierte Epidemiologie ein effektives Monitoring zur Unterstützung des öffentlichen Gesundheitsmanagements darstellt. Es ist eine schnelle, kostengünstige und zuverlässige Maßnahme zur Erfassung des Infektionsgeschehens ganzer Gemeinden und ermöglicht eine umfassende Auswertung der öffentlichen Gesundheit.
Folgende Parameter können dabei in der abwasserbasierten Epidemiologie integriert werden:
Chemische Parameter: |
| Populationsmarker: exogene Marker (z.B. Kontrastmittel, Süßstoffe) |
| Erlaubte und unerlaubte Genussmittel: z.B. Heroin, Kokain, Alkohol, Tabak |
| Pharmazeutika: Psychopharmaka und deren Missbrauch |
Biologische Parameter: |
| Populationsmarker: endogene Marker (z.B. Vorläufer-Sexualhormone, Stresshormone); DNA |
| Antibiotika-Resistenzen: Gene, die für Resistenzen codieren |
| Mikroorganismen: Bakterien (Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella pneumoniae, Enterococcus faecalis, Legionellen u.a.); Hefen (Candida); Parasiten (Giardia, Cryptosporidium u.a.) |
| Viren: SARS-CoV-2, Influenza, Noroviren, Hepatitis A u.a. |
Wo kann das epidemiologische Abwassermonitoring unterstützen?
Neben der Datenerhebung bei kommunalen Kläranlagen ermöglicht das Abwassermonitoring auch die frühzeitige Feststellung der Dynamik des Infektionsgeschehens in öffentlichen Einrichtungen (Alten- und Pflegeheimen, Schulen, Krankenhäuser), produzierenden Betrieben und Bürogebäuden.
Kommunen
Kommunen profitieren durch das Corona-Frühwarnsystem, indem das Abwassermonitoring in der dazugehörigen Kläranlage etabliert wird. Dadurch können Verhaltensweisen geändert, Maßnahmen ergriffen und Ressourcen besser geplant werden. Das Ziel ist es die Bevölkerung zu entlasten und nicht zu belasten.
Industrielle Betriebe
Mit einer Vorlaufzeit von 1-2 Wochen kann prognostiziert werden, ob die Infektionen und damit die Krankheitsfälle im Betrieb zunehmen werden. Somit können Vorbereitungen getroffen und der Einsatz von Ressourcen und Kapazitäten optimal geplant werden. Hotspots werden eingegrenzt und die betriebliche Gesundheit optimiert.
Bürogebäuden
Die Etablierung eines epidemiologischen Abwassermonitorings fördert eine gesunde Arbeitsumgebung und hat somit einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Durch das Monitoring können präventive Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden, um personelle Engpässe vorzubeugen.